Ein gut sozialisiertes Kätzchen kommt, beim ersten mal vielleicht mit einem gesunden Maß an Vorsicht, auf einen ihm fremden Menschen zu, ist aufgeschlossen und kontaktfreudig. Es beherrscht den “Knigge der Katzen” und fühlt sich sowohl in menschlicher als auch in Katzengesellschaft wohl. Wie sich die erwachsene Katze dem Menschen oder ihren Artgenossen gegenüber verhält hängt in großen maße davon ab wie sie aufgewachsen ist. In denn ersten Wochen und Monaten werden die Weichen für ihr ganzes späteres Leben gestellt.
In dieser Zeit lernt das Jungtier von seiner Mutter so grundlegendes wie z. b. Kampf- und Jagdtechnik, Droh- und Unterwerfungsgebärden. Aber auch, wie es sich anderen Katzen gegenüber zu benehmen hat und dass Sozialverhalten seinen Artgenossen gegenüber. Im Spiel mit den Wurfgeschwistern wird das gelernte dann geübt, vertieft und verfeinert.
Nie mehr in seinem Leben ist ein Kätzchen so empfänglich für äußere Reize wie während dieser “sensiblen Phase”. Die Erfahrungen die es in dieser Zeit macht werden sein ganzes weiteres Leben bestimmen.
Es ist die Aufgabe des Züchters dafür zu sorgen, dass die Katzenkinder mit viel menschlichem Kontakt und Zuneigung heranwachsen. Bleibt dieser Kontakt aus, weil die Tiere sich selbst überlassen werden, kann es sein dass sie dem Menschen auch später mit Misstrauen begegnen und sich ihm vielleicht nie mehr ganz anschließen. Sie wurden dem Menschen gegenüber gar nicht oder nur unvollständig sozialisiert.
Ein ähnliches Problem entsteht auch dann, wenn die Kätzchen zu früh von ihrer Mutter getrennt werden. Damit nimmt man ihnen die Möglichkeit das soziale Verhalten ihrer Artgenossen gegenüber richtig zu lernen.
Solche Tiere reagieren auch später häufig mit Unsicherheit, Zurückhaltung oder gar Aggressivität anderen Katzen gegenüber. Ein solches Tier wird sich, wenn überhaupt, nur sehr schwer an die Gesellschaft eines Artgenossen gewöhnen können. Viel eher wird es eine typische Einzelkatze bleiben.
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